Parodontaltherapie

Behandlung nach dem Konzept der „Full-mouth-disinfection“

Ein großer Fortschritt in der modernen Parodontitistherapie ist die Anwendung ultraschallgestützter Instrumente und mikroabrasiver Verfahren (z.B. Vector, Dürr Dental). Denn die maschinelle Reinigung führt, im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Handinstrumenten, nicht nur zu einer deutlichen Reduktion der bakteriellen Beläge in den Zahnfleischtaschen und damit zu besseren klinischen Ergebnissen, sondern ermöglicht auch eine sorgfältige gewebeschonende und zugleich für Sie angenehme Behandlung.

 

Desweiteren arbeiten wir nach dem Konzept der Full-mouth-disinfection. Dieses Konzept sieht die vollständige Reinigung und Desinfektion aller parodontalen Gewebe innerhalb von 24 Stunden vor. Die Gefahr einer Reinfektion der bereits behandelten Parodontien durch die noch unbehandelten Zähne wird dadurch auf ein Minimum reduziert. Die Behandlung findet in der Regel in zwei Sitzungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt und wird in lokaler Anästhesie durchgeführt. Nach Reinigung und Glättung der Wurzeloberflächen folgt eine zweiwöchige antiinfektiöse Therapie mit einem chlorhexamed-haltigen Präparat, um die Neubesiedlung der Taschen durch Bakterien für die Zeit der Ausheilphase zu unterbinden. Der Zahnhalteapparat bekommt so die Chance sich zu regenerieren und gelockerte Zähne können sich im Idealfall wieder festigen.

Parodontalchirurgie und Regenerative Verfahren

Bei tiefen Zahnfleischtaschen kann eine gründliche Reinigung der Wurzeloberflächen unter Sicht nur im Rahmen eines parodontalchirurgischen Eingriffs erfolgen. Da bei starkem Knochenverlust der Zahnerhalt trotz erfolgreicher Behandlung langfristig gefährdet ist, können regenerative Verfahren, wie beispielsweise die gesteuerte Geweberegeneration (GTR) unter bestimmten Voraussetzungen eine teilweise Neubildung des verlorengegangenen Stützgewebes ermöglichen. Mit Knochenersatzmaterialien können tiefe Knochendefekte sogar aufgebaut werden, indem sie vom Körper in eigenen Knochen umgewandelt werden und so zu einer Reduktion der Zahnfleischtasche führen.

Adjuvante Antibiotikatherapie

Bei besonders schweren Formen der Parodontitis oder unter bestimmten Umständen kann auch eine therapiebegleitende Antibiotikagabe angezeigt sein. Im Vorfeld wird eine mikrobielle Keimbestimmung zur Analysierung der parodontalpathogenen Mikroflora durchgeführt, um das Antibiotikapräparat speziell auf die Keime abstimmen zu können. Darüberhinaus gibt der Test Aufschluss über Risiko und Prognose der Parodontitis.

Nachsorge und Weiterbehandlung

Bilden sich nach erfolgreich abgeschlossener Parodontalbehandlung ästhetisch beeinträchtigende „dunkle Dreiecke" zwischen den Zähnen, können diese mit Komposit- oder Keramikveneers ausgeglichen werden. Zahnfleischrückgang an den Außenflächen der Zähne, sogenannte Rezessionen, können mikrochirurgisch mit einem Gewebetransplantat oder einer Verschiebeplastik behandelt werden.

 

Ohne konsequente Nachsorge und professionelle Zahnreinigung kann es zu einer Reinfektion und damit zum Fortschreiten der Parodontitis kommen. Wir empfehlen Ihnen daher eine regelmäßige und engmaschige Kontrolle im Rahmen der Unterstützenden Parodontitis Therapie (UPT).